SMUL LO EPLR CMYK RZ 240pxDas Erbgericht bekommt ein neues Dach

Gut Ding will Weile haben. Lange hat der Verein „Erbgericht Reinhardtsgrimma“ darum gerungen die Sicherung des Gebäudes zu vollenden. Die mühselige, nun schon über Jahre dauernde Arbeit, Raum für Raum, Fenster, Türen, Fußböden und Toiletten zu sanieren, zu reparieren oder zu ersetzen, hat zwar bewirkt dass das Gebäude wieder vielseitig nutzbar geworden ist und zur Freude Aller auch vielseitig genutzt wird. Aber es blieb doch die Sorge, dass das Dach irgendwann ersetzt werden müsste. Dieses ist wahrscheinlich zum letzten Mal beim Umbau zum KONSUM gedeckt oder repariert worden und hat damit seine planmäßige Haltbarkeitsdauer schon weit überschritten. Dem Dachtragwerk tat die zwangsweise Durchlüftung durch die vielen Löcher zwar gut, aber auf Dauer gibt der Zustand natürlich zur Besorgnis Anlass.

Der Verein bemühte sich seit Jahren eine Lösung zu finden. Aus eigener Kraft und mit den bisherigen Methoden: also Spenden, uneigennützige Handwerkerhilfe und gemeinsame Arbeit, ist so eine Aufgabe nicht zu schaffen. Blieb nur die Möglichkeit eine Förderung zu beantragen. Aber auch das geht nicht ohne Probleme. Eine so große Fördersumme wie sie benötigt wird zu bekommen, ist nicht ganz einfach. Und wenn man sie bekommt, muss die Frage der Eigenmittel und der Kreditierung der Fördersumme geklärt werden. Man muss erst die Rechnungen bezahlen und bekommt dann das Geld dafür zurück. Für einen Verein, der nur geringe oder gar keine Eigenmittel besitzt, keine leichte Sache. Das erste Problem der nötigen Fördersumme konnte der Verein über die LEADER-Region „Silbernes Erzgebirge“ lösen. In einer mehrjährigen Aktion seit 2015 mit Anträgen, Verhandlungen, Rückschlägen, Vertröstungen und aber schließlich doch Zusagen, konnte die benötigte Summe für 2019 bereitgestellt werden und liegt nun beim Landratsamt „Sächsische Schweiz- Osterzgebirge“ zur Überprüfung und Genehmigung bereit. Damit ist die Hälfte geschafft. Eigenmittel und Kredite zu guten Konditionen zu bekommen ist die zweite Hürde. Diese Hürde konnte der Verein jedoch mit Hilfe des Stadtrats der Stadt Glashütte und mit ihrem Bürgermeister Herrn Dreßler, überwinden.

Der Bürgermeister begleitet das Vorhaben „Kulturzentrum Erbgericht Reinhardtsgrimma“ schon seit Jahren sehr aufmerksam. Noch als Bürgermeister der damaligen selbstständigen Gemeinde Reinhardsgrimma hat er sich für das Vorhaben engagiert. Nun in der Verantwortung der großen Stadtgemeinde setzt er sich ebenso sehr für dieses Vorhaben ein. Ausschlaggebend für die Bewilligung war für die Abgeordneten im Stadtrat wohl auch die bisherige, für die Gesamtgemeinde positiv ausstrahlende Wirkung der Vereinsarbeit. Die Stadt Glashütte stellt die benötigten Gelder für das Vorhaben leihweise zu Verfügung und unterstützt es zusätzlich mit einer kräftigen Finanzspritze. So wirkt aktiver, engagierter ehrenamtlicher Einsatz und eine verantwortungsbewusste fördernde Lenkung der Stadt zusammen. Das Vorhaben: „Sanierung und Aufwertung des Kulturzentrums Erbgericht Reinhardtsgrimma“ kann mit seinem aufwändigsten Abschnitt beginnen.

Dem Verein steht jetzt die Planung und Durchführung der Bauarbeiten bevor. Nicht nur das Dach, sondern auch gleichzeitig die marode Decke über dem großen Saal muss erneuert werden. Die Ausschreibungen für die Arbeiten sind gelaufen und der Baubeginn ist für Anfang August geplant. Ein denkmalgeschütztes Gebäude zu sanieren erfordert von allen Beteiligten neben der eigentlichen Arbeit auch Kreativität. Bei der Ausschreibung machte deshalb die Firma „Kreativdach Tino Börner“ aus Rabenau das beste Angebot. Sie erhielt den Zuschlag auch weil unter anderem Zimmerei, Dachdeckung und Klempnerarbeiten in einer Hand liegen. Außerdem wird die Firma auch mit dem Betrieb „Bau- und Montagearbeiten Daniel Lorenz“ direkt zusammen arbeiten. Dieser Betrieb wird die alte Saaldecke erneuern. Andere Folgearbeiten wie Elektro- und Malerarbeiten sind noch in der Ausschreibung.

Wir hoffen, dass durch die Dacharbeiten möglichst wenige Störungen an der Straße entstehen. Der Abriss wird deshalb vorwiegend über den Hof vonstattengehen. Mit dem Trockenbau soll nach jetziger Planung nach dem Schulanfang begonnen werden und wir haben die Hoffnung, dass der Saal Ende Oktober wieder nutzbar sein wird. Geht alles gut (es handelt sich ja nicht um den Berliner Flughafen) werden wir Anfang November mit einer zünftigen Eröffnungsparty mit der Band „Die Dörfler“ starten.

In diesem Zusammenhang, aber auch unabhängig davon, laden wir alle ein, die vielleicht mit Interesse die Wiedergeburt des Erbgerichts verfolgt haben und Lust verspüren hin und wieder mal mit Rat oder mit Tat einzugreifen oder mitzumachen (ohne gleich Mitglied werden zu müssen), sich bei uns zu melden. Telefonisch geht das bei Familie Mühlstädt in Reinhardtsgrimma, Am Panoramaweg 7, telefonisch über 035053-47700.

Ab September wird es auch wieder die beliebten Kaffeeklatsch-Runden an jedem 2. Mittwoch um 15:00 Uhr im Erbgericht geben, wo sich Jeder-mann oder -frau mit Ideen, Vorschlägen oder Angeboten oder auch zur zum Gedankenaustausch einfinden kann. Je breiter sich die Basis dieses gemeinnützigen Projektes bildet, umso mehr wird es zu einer Angelegenheit der ganzen Gemeinde und nicht nur eines Vereins. Darüber hinaus wird es auch ein echter und unentbehrlicher Bestandteil der Stadt Glashütte werden.

Auch wenn es nicht in die Tiefe sondern in die Höhe geht: “Glück auf!“

Prof. Dr. Roloff (für den Vorstand)

 

Die Baumaßnahme wird gefördert durch:

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